Die VorbereitungScheren braucht Zeit und auch Geduld. Manchmal kann es hilfreich sein, gemeinsam mit einem Helfer zu arbeiten. Auch sollte das Pferd gut auf das Scheren vorbereitet werden. Ganz besonders vor dem allerersten Scheren ist dies nötig, damit das Pferd das Scheren ebenso positiv erleben kann wie das Putzen.Grundsätzlich gilt: Je leiser und vibrationsärmer eine Schermaschine arbeitet, desto besser! Auch die ergonomische Form, das Gewicht, die Qualität des Schneidsatzes und die Leistungsstärke der Schermaschine sind wichtige Faktoren für ein angenehmes Arbeiten. Vor allem bei jungen oder nervösen Pferden empfiehlt es sich, das Tier eine Woche lang täglich 10 Minuten mit Geräusch und Vibration der Schermaschine bekannt zu machen. Man kann die Maschine zunächst nur in der Nähe des Pferdes laufen lassen, sie beschnuppern lassen, das Pferd mit der Maschine streicheln und so daran arbeiten, dass die Schermaschine genauso vertraut wahrgenommen wird wie die Kardätsche.
Grundregeln
Unabhängig davon, welcher Schnitt ausgeführt werden soll, gibt es einige wichtige Grundregeln für richtiges Scheren:
Immer gegen den Fellstrich scheren! Für Jagd-, Standard- und Streifenschnitt mit Kreide die Frenzlinie anzeichnen, bis zu der geschoren werden oll. Streifenweise überlappend scheren, damit die Messer nie in der ganzen Breite Haare schneiden müssen. Zunächst den Körper scheren, dann gut striegeln und die Haarreste herausbürsten. Auf die geschorenen Bereiche eine Decke oder Thermo-Decke auflegen. Jetzt Kopf, Beine etc. scheren. Die Maschine immer so halten, dass die Schermesser flach durch das Fell gleiten, um Schnittlinien oder gar Verletzungen zu vermeiden. Schermesser immer wieder abkühlen lassen, ganz besonders, wenn an empfindlichen Stellen wie Kopf, Bauch oder Innenseite der Beine geschoren wird. Schermaschine regelmäßig ölen.
Streifenschnitt
Geeignet für den wohlüberlegten Kompromiss: Der Streifenschnitt eignet sich dann, wenn das Pferd ab und zu ohne Konditionseinbußen geritten werden soll, gleichzeitig aber noch weitgehend gegen Kälte geschützt sein soll. Je nachdem wo das Pferd am meisten schwitzt, wird die Grundform des Streifenschnitts abgewandelt. Wichtig für die Entscheidung, wie weitgehend geschoren werden soll, ist Folgendes: Jedes geshcorene Pferd muss abgedeckt werden. Je mehr Fell am Körper ungeschoren bleibt, desto länger muss man nach der Arbeit warten, bis diese Stellen trocken sind und abgedeckt werden können.
Wann Auch der Streifenschnitt wird im Herbst ausgeführt. Bis einschließllich Januar wird dann nach Bedarf nachgeschoren.
Wie Zunächst die Linienführung mit Kreide anzeichnen, einige Schritte zurücktreten und das Gesamtbild betrachten. Wenn nötig, wird jetzt die Linienführung korrigiert, dann kann mit dem Scheren begonnen werden. Deteils werden so ausgeführt, wie beim Jagd- bzw. Totalschnitt beschrieben.
Standardschnitt
Geeignet für Freizeitpferde und Pferde, die einene zusätzlichen Schutz im empfindlichen Lendenbereich brauchen. Bei dieser Schnittform wird soviel Fell weggeschoren, dass es nicht zu Konditionseinbrüchen kommt, das Pferd aber ausreichenden Schutz durch das wärmende Winterfell behält.
Wann Im Herbst, wenn das Winterfell gewachsen ist, wird der Standardschnitt ausgeführt, anschließend wird nach Bedarf nachgeschoren.
Wie Die Deckenform mit Kreide auf dem Pferdekörper aufzeichnen. Der untere Rand des Sattelblatts dient als Richtlinie dafür, wie tief die untere Linie der "Decke" geführt werden sollte. Es ist wichtig, die Ecken immer rund zu scheren.
Jagdschnitt
Geeignet für Jagdpferde. Bei der Jagd sind die Pferde viele Stunden im Gelände im anstrangenden Einsatz. Deswegen ist es sinnvoll, sie gezielt vom schweren Winterfell zu befreien. Die Beine werden allerdings nicht geschoren, denn das Winterfell schützt sie. Auch unter dem Sattel wird das Fell belassen, es wirdt als natürliche Satteldecke.
Wann Die Schur erfolgt im Herbst. Den Winter über wird nach Bedarf nachgearbeitet.
Wie Kopf und Beine werden nicht geschoren. Auf dem Rücken bleicbt der Bereich unter dem Sattel ungeschoren: Sattel auflegen, mit Kreide eine Linie um den Sattel ziehen oder Sattel festgurten und um den Sattel herum großzügig scheren. Hinterher die Schnittlinie sauber nachscheren. Beinlinie innen und außen schräg (wie umgedrehztes V, das auf der Rückseite der Beine eine leichte Kurve hat) mit Kreide anzeichnen und mit Handbreiten ausmessen: An den Vorderbeinen liegt die Spitze des V eine Handbreit unter dem Ellenbogen. An den Hinterbeinen wird die Spitze des V vier Handbreit unterhalb der Kniespitze angesetzt, die Kurve zwei Handbreit über den Fersenbeinhöcker geführt. Sportschnitt oder Vollschur
Geeignet für Pferde, die auch im Winter trainiert werden oder auf Tuniere gehen. Der Sportschnitt ist elegant, pflegeleicht und gibt Turnierpferden ein makelloses Aussehen.
Wann Die Grundschur wird im Oktober ausgeführt, anschließend wird nach Bedarf nachgeschoren.
Wie Beim Sportschnitt wird das ganze Fell geshoren, es bleiben nur am Schweifansatz ein kleines Dreieck und ein Streifen (wird um den Widerrist breiter) stehen. Am Körper beginnen. Danach die Beine scheren, stufenweise nach unten, von der Köte nach außen zu. Bein aufnehmen, um die Rückseite der Fessel und den Kronrand zu scheren. Zum Schluss den Kopf scheren - vorsichtig, geduldig!
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